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Steuertipps > Steuerpflicht & Veranlagung > Altersentlastungsbetrag – Der Steuerfreibetrag für Rentner

Altersentlastungsbetrag – Der Steuerfreibetrag für Rentner

Unter be­stimm­ten Vor­aus­set­zun­gen wird die Summe der Ein­künf­te eines Steu­er­pflich­ti­gen um den Al­ter­s­ent­las­tungs­be­trag ge­kürzt.

Wann wird der Al­ter­s­ent­las­tungs­be­trag ge­währt?

Vor­aus­set­zun­gen:

Der Al­ter­s­ent­las­tungs­be­trag wird einem Steu­er­pflich­ti­gen ge­währt, wenn er vor Be­ginn des Ka­len­der­jah­res, indem er sein Ein­kom­men be­zo­gen hat, das 64. Le­bens­jahr voll­endet hat (§ 24a EStG).

Der Al­ter­s­ent­las­tungs­be­trag ist hier­bei für jeden Ehe­gat­ten ge­son­dert zu er­mit­teln und an­zu­wen­den.

Eine Über­tra­gung nicht aus­ge­schöpf­ter Höchst­be­trä­ge zwi­schen Ehe­gat­ten ist nicht zu­läs­sig.

Der Al­ter­s­ent­las­tungs­be­trag wird un­ab­hän­gig davon ge­währt, ob der Steu­er­pflich­ti­ge un­be­schränkt oder be­schränkt steu­er­pflich­tig ist.

Der Al­ter­s­ent­las­tungs­be­trag muss nicht ge­son­dert be­an­tragt wer­den. Das Fi­nanz­amt prüft und be­rück­sich­tigt den Al­ter­s­ent­las­tungs­be­trag bei der Durch­füh­rung der Ver­an­la­gung ohne vor­he­ri­gen An­trag au­to­ma­tisch.

Be­rech­nung des Al­ter­s­ent­las­tungs­be­tra­ges

Die Be­mes­sungs­grund­la­ge für die Er­mitt­lung des Al­ter­s­ent­las­tungs­be­trag ist:

Ar­beits­lohn (Brut­to­be­trag der Ein­künf­te aus nicht­selb­stän­di­ger Ar­beit)

+ po­si­ti­ve Summe der üb­ri­gen Ein­künf­te

Bei der Be­mes­sung des Be­trags wer­den je­doch fol­gen­de Be­zü­ge und Ein­künf­te nichtbe­rück­sich­tigt:

  • Ver­sor­gungs­be­zü­ge i. S. d. § 19 Abs. 2 EStG
  • Ein­künf­te aus Leib­ren­ten
  • Leis­tun­gen aus einer be­trieb­li­chen Al­ters­ver­sor­gung
  • Leis­tun­gen eines Pen­si­ons­fonds
  • Ka­pi­tal­er­trä­ge, die dem ge­son­der­ten Steu­er­ta­rif un­ter­lie­gen

Auch steu­er­freie Ein­künf­te sind hier­bei nicht ein­zu­be­zie­hen.

Hat der Steu­er­pflich­ti­ge so­wohl po­si­ti­ve als auch ne­ga­ti­ve Ein­künf­te er­zielt, wer­den diese bei der Er­mitt­lung des Al­ter­s­ent­las­tungs­be­trags sal­diert. Ist der Saldo ne­ga­tiv, dann wer­den die an­de­ren Ein­künf­te nicht be­rück­sich­tigt.

Eine Ver­rech­nung von po­si­ti­ven Ein­künf­ten des einen Ehe­gat­ten mit ne­ga­ti­ven Ein­künf­ten des an­de­ren Ehe­gat­ten fin­det nicht statt.

Die Ein­künf­te aus Ka­pi­tal­ver­mö­gen wer­den bei der Be­rech­nung des Al­ter­s­ent­las­tungs­be­trags nur be­rück­sich­tigt, wenn sie der ta­rif­li­chen Be­steue­rung un­ter­lie­gen.

Die Höhe des Al­ter­s­ent­las­tungs­be­tra­ges

Der Al­ter­s­ent­las­tungs­be­trag er­rech­net sich nach einem be­stimm­ten Pro­zent­satz, ist je­doch auf einen Höchst­be­trag im Ka­len­der­jahr be­grenzt.

Die Höhe des Pro­zent­sat­zes und des Höchst­be­trags er­ge­ben sich aus der Ta­bel­le in § 24a EStG, diese Werte wer­den seit 2005 je­doch stu­fen­wei­se ab­ge­baut.

Der sich nach die­ser Ta­bel­le er­ge­ben­de Wert im Ka­len­der­jahr nach der Voll­endung des 64. Le­bens­jahrs wird dann bis zum Le­bens­en­de be­rück­sich­tigt.

Hier fin­det das so­ge­nann­te „Ko­hor­ten­prin­zip“ An­wen­dung.

Voll­endet ein Steu­er­pflich­ti­ger im Jahr 2022 das 64. Le­bens­jahr, kann ab dem Ka­len­der­jahr 2023 grund­sätz­lich der Al­ter­s­ent­las­tungs­be­trag be­rück­sich­tigt wer­den.

Laut Ta­bel­le § 24a EStG be­trägt der an­zu­wen­den­de Pro­zent­satz hier 13,6 %, der Höchst­be­trag 646 €.

Beide Werte sind dann bei jeder Ver­an­la­gung, in der die o. g. Ein­künf­te er­zielt wer­den, zu­grun­de zu legen.

(Stand: 05.05.2022)

Bei die­sem Bei­trag han­delt es sich um einen re­dak­tio­nel­len Text des Re­dak­ti­ons­teams. Die­ser Bei­trag er­setzt keine Be­ra­tung im Rah­men einer Mit­glied­schaft in un­se­rem Lohn­steu­er­hil­fe­ver­ein. Eine Be­ra­tungs­leis­tung im kon­kre­ten Fall fin­det nur im Rah­men einer Mit­glied­schaft in­ner­halb der Be­ra­tungs­be­fug­nis gemäß § 4 Nr. 11 StBerG statt.


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