Smart Navigation
Menü
Steuertipps > Steuerpflicht & Veranlagung > Private Veräußerungsgeschäfte – Wann werden beim Verkauf Steuern fällig?

Private Veräußerungsgeschäfte – Wann werden beim Verkauf Steuern fällig?

Das eigene Geld in Grundstücke oder Edelmetalle investieren – nichts Ungewöhnliches. Super, wenn man diese dann noch möglichst schnell mit Gewinn wieder verkaufen kann.

Aber Vorsicht! Unter gewissen Umständen kann der Schein eines solchen lukrativen Geschäfts trügen. Vor allem dann, wenn der Gewinn als privates Veräußerungsgeschäft versteuert werden muss!

Was sind private Veräußerungsgeschäfte?

Unter einem privaten Veräußerungsgeschäft versteht man den Verkauf von Grundstücken, Gebäuden und Gegenständen innerhalb einer bestimmten Spekulationsfrist. Der dabei erzielte Gewinn kann unter gewissen Voraussetzungen der Steuerpflicht unterliegen. Sollte dies der Fall sein, werden die Einkünfte als sonstige Einkünfte gem. § 22 Nr. 2 i.V.m. § 23 EStG berücksichtigt.

 

Verkauf von Grundstücken und Gebäuden

Grundsätzlich muss der durch einen Verkauf von Grundstücken oder Gebäuden erzielte Gewinn versteuert werden, es sei denn, eine der folgenden Voraussetzungen trifft zu:

  1. Zwischen Kauf und Verkauf liegen mindestens 10 Jahre
  2. Das Gebäude wurde ausschließlich selbst bewohnt
  3. Das Gebäude wurde im Jahr des Verkaufs und in den beiden Jahren davor selbst bewohnt.

 

Verkauf sonstiger Gegenstände

Auch die Veräußerung von anderen Wirtschaftsgütern kann der Steuerpflicht unterliegen. Dabei muss es sich aber um nicht alltägliche Gebrauchsgegenstände handeln.

Beispiel: Wenn Herr A seinen Oldtimer verkaufen möchte, kann gegebenenfalls eine Steuer fällig werden. Verkauft er dagegen seinen normalen Pkw, mit dem er täglich in die Arbeit oder zum Einkaufen fährt, dann ist dieser Gewinn nicht steuerpflichtig.

Wer nun besonders aufmerksam das Beispiel durchgelesen hat, dem sollte das Wörtchen „kann“ ins Auge gestochen sein. Der Verkauf von Oldtimern und ähnlichen, nicht alltäglichen Gegenständen (Gold, Antiquitäten, Schmuck, etc.) fällt nur unter ein privates Veräußerungsgeschäft, wenn zwischen Kauf und Verkauf weniger als ein Jahr liegt und die Freigrenze von 600 €  überschritten ist.

 

Berechnung der Einkünfte aus privaten Veräußerungsgeschäften

Auch wenn die meisten privaten Verkäufe von der Besteuerung ausgeschlossen sind, müssen einige Bürger oben genannte Einkünfte versteuern. Dabei erfolgt eine Berechnung des Veräußerungsgewinns. Doch wie genau berechnet sich dieser? Besteuert wird – wie der Name schon sagt – der Gewinn. Dieser ist der Veräußerungspreis abzüglich der Anschaffungs- oder Herstellungskosten und den Werbungskosten.

Beispiel: Herr A verkauft ein Diamanten Collier, welches er vor 5 Monaten seiner Ex-Freundin schenken wollte, für 1.300,00 €. Er selbst hatte dafür 630,00 € bezahlt. Außerdem fielen für den Verkauf Kosten für eine Zeitungsannonce in Höhe von 50,00 € an.

 

Veräußerungspreis                            1.300,00 €

- Anschaffungskosten                           630,00 €

- Werbungskosten                                  50,00 €

= Gewinn                                               620,00 €

 

Herr A aus unserem Beispiel muss den Gewinn in Höhe von 620 € versteuern.


Hinweis: Beträgt die Summe aller Gewinne aus privaten Veräußerungsgeschäften im Veranlagungszeitraum weniger als 600,00 €, dann sind diese steuerfrei.
 

(Stand: 28.04.2022)

Bei die­sem Bei­trag han­delt es sich um einen re­dak­tio­nel­len Text des Re­dak­ti­ons­teams. Die­ser Bei­trag er­setzt keine Be­ra­tung im Rah­men einer Mit­glied­schaft in un­se­rem Lohn­steu­er­hil­fe­ver­ein. Eine Be­ra­tungs­leis­tung im kon­kre­ten Fall fin­det nur im Rah­men einer Mit­glied­schaft in­ner­halb der Be­ra­tungs­be­fug­nis gemäß § 4 Nr. 11 StBerG statt.


Rund 1.200 Beratungsstellen bundesweit

Finden Sie Ihre persönliche Lohnsteuerhilfe-Beratungsstelle vor Ort!

Karte und Lupe

Beratungsstellensuche