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Alleinerziehend? So können Sie Steuern sparen!

Sie sind al­lein­ste­hend und haben Kin­der, die bei Ihnen leben und die Sie al­lein groß­zie­hen? Dann kön­nen Sie von einem spe­zi­el­len Frei­be­trag, dem Ent­las­tungs­be­trag für Al­lein­er­zie­hen­de, pro­fi­tie­ren!

Wer be­kommt den Ent­las­tungs­be­trag für Al­lein­er­zie­hen­de?

Den Ent­las­tungs­be­trag für Al­lein­er­zie­hen­den kön­nen Sie in An­spruch neh­men, wenn fol­gen­de Vor­aus­set­zun­gen er­füllt sind:

  • Es be­steht An­spruch auf Kin­der­geld
  • Das Kind lebt in Ihrem Haus­halt
  • Sie sind tat­säch­lich al­lein­ste­hend
  • Der Ent­las­tungs­be­trag wurde be­an­tragt

An­spruch auf Kin­der­geld

Sie kön­nen den Ent­las­tungs­be­trag nur er­hal­ten, wenn in Ihrem Haus­halt min­des­tens ein Kind wohnt, für wel­ches Sie einen An­spruch auf Kin­der­geld haben.

Ent­fällt der An­spruch auf Kin­der­geld, z. B. weil das Kind das 25. Le­bens­jahr be­en­det hat oder das Kind nach er­folg­reich ab­ge­schlos­se­ner ers­ter Be­rufs­aus­bil­dung selbst er­werbs­tä­tig ist, wird ab die­sem Monat der Ent­las­tungs­be­trag nicht mehr ge­währt.

Ei­ge­ner Haus­halt

Diese Vor­aus­set­zung gilt grund­sätz­lich als er­füllt, wenn das Kind bei Ihnen als al­lein­ste­hen­der El­tern­teil ge­mel­det ist.

Ist das Kind so­wohl bei Ihnen als auch beim an­de­ren El­tern­teil ge­mel­det, dann be­kommt der­je­ni­ge den Ent­las­tungs­be­trag, dem auch das Kin­der­geld zu­steht.

Tat­säch­lich al­lein­ste­hend

Was al­lein­ste­hend be­deu­tet, wurde ge­setz­lich ein­deu­tig de­fi­niert (§ 24b Abs. 3 EStG).

Es darf dem­nach keine Haus­halts­ge­mein­schaft mit einer an­de­ren voll­jäh­ri­gen Per­son be­ste­hen. So­bald eine wei­te­re er­wach­se­ne Per­son an der glei­chen Adres­se ge­mel­det ist, kann das Fi­nanz­amt eine „schäd­li­che Haus­halts­ge­mein­schaft“ an­neh­men.

Eine Aus­nah­me gibt es: Das ei­ge­ne voll­jäh­ri­ge Kind lebt wei­ter­hin im Haus­halt des al­lein­er­zie­hen­den El­tern­teils, und es be­steht noch An­spruch auf Kin­der­geld.

Ehe­gat­ten, die nicht dau­ernd ge­trennt leben wer­den bei dem Ent­las­tungs­be­trag nicht be­rück­sich­tigt. Das heißt es darf im ge­sam­ten Ka­len­der­jahr die Vor­aus­set­zung für die An­wen­dung des Split­ting­ver­fah­ren nicht vor­lie­gen.

Somit hat grund­sätz­lich An­spruch, wer:

  • im ge­sam­ten Ver­an­la­gungs­zeit­raum nicht ver­hei­ra­tet (ledig oder ge­schie­den) ist
  • ver­hei­ra­tet ist, je­doch seit dem vor­an­ge­gan­ge­nen Ver­an­la­gungs­zeit­raum dau­ernd ge­trennt lebt
  • ver­wit­wet ist oder
  • deren Ehe­gat­te im Aus­land lebt und nicht un­be­schränkt steu­er­pflich­tig in Deutsch­land ist.

So­bald eine al­lein­er­zie­hen­de Per­son wie­der hei­ra­tet, ent­fällt für das ge­sam­te Ka­len­der­jahr der Ent­las­tungs­be­trag, es gibt auch keine mo­nat­li­che Be­rück­sich­ti­gung.

Es ist auch un­er­heb­lich, ob eine Ein­zel­ver­an­la­gung oder eine Zu­sam­men­ver­an­la­gung ge­wählt wird.

Auch Ver­wit­we­te kön­nen den Ent­las­tungs­be­trag ab­zie­hen, auch wenn diese zum Zeit­punkt des Todes des Ehe­gat­ten nicht dau­ernd ge­trennt ge­lebt haben.

Hier schließt die An­wen­dung des Split­ting­ta­rifs im Jahr des Todes den Abzug des Ent­las­tungs­be­trags nicht aus.

Ab dem Ka­len­der­mo­nat des Todes des Ehe­gat­ten steht dem ver­wit­we­ten El­tern­teil der Ent­las­tungs­be­trag zu.

Wie hoch ist der Ent­las­tungs­be­trag?

Der Ent­las­tungs­be­trag be­trägt seit 2015 1.908 Euro im Ka­len­der­jahr (159 Euro mo­nat­lich). Bei jedem wei­te­re Kind er­höht sich der Be­trag um 240 Euro.

Hin­weis:

Mit dem Zwei­ten Co­ro­na-Steu­er­hil­fe­ge­setz, ver­ab­schie­det am 29.06.2020, wurde der Ent­las­tungs­be­trag für 2020 und 2021 je­weils um 2.100 Euro auf nun 4.008 Euro er­höht. Für wei­te­re Kin­der gilt wei­ter­hin der Er­hö­hungs­be­trag von 240 Euro.

Der Ent­las­tungs­be­trag ver­rin­gert sich je­doch um ein Zwölf­tel für jeden vol­len Ka­len­der­mo­nat, in dem die Vor­aus­set­zun­gen nicht vor­ge­le­gen haben.

Wie wird der Ent­las­tungs­be­trag be­an­tragt?

Es gibt 2 Mög­lich­kei­ten, wie der Ent­las­tungs­be­trag be­rück­sich­tigt wer­den kann:

Ein­kom­men­steu­er­er­klä­rung

Sie kön­nen den Ent­las­tungs­be­trag in der Ein­kom­men­steu­er­er­klä­rung be­an­tra­gen. Er wird er ein­mal jähr­lich ge­währt, un­ab­hän­gig von der An­zahl der Kin­der.

Dazu müs­sen die ent­spre­chen­den Fel­der auf der zwei­ten Seite der An­la­ge Kind (für jedes Kind ge­trennt) aus­ge­füllt wer­den. Auf der ers­ten Seite muss die Steu­e­ri­den­ti­fi­ka­ti­ons­num­mer des Kin­des ein­ge­tra­gen wer­den, wel­che El­tern bei der Ge­burt des Kin­des er­hal­ten.

Steu­er­klas­se

Möch­ten Sie je­doch so schnell wie mög­lich vom Ent­las­tungs­be­trag pro­fi­tie­ren, dann soll­ten Sie nicht auf die Steu­er­rück­er­stat­tung mit der Ein­kom­men­steu­er­jah­res­er­klä­rung war­ten.

Sie haben hier die Mög­lich­keit beim Fi­nanz­amt die Steu­er­klas­se II zu be­an­tra­gen. Dies er­folgt über den so­ge­nann­ten „An­trag auf Lohn­steu­er­er­mä­ßi­gung“. Es muss hier der Haupt­vor­druck, sowie die An­la­ge Kind aus­ge­druckt wer­den. Die An­trä­ge wer­den im For­mu­lar-Ma­nage­ment-Sys­tem der Bun­des­fi­nanz­ver­wal­tung zur Ver­fü­gung ge­stellt.

Wurde die­ser An­trag ge­stellt, wird der Ent­las­tungs­be­trag, sowie der Er­hö­hungs­be­trag au­to­ma­tisch be­reits beim mo­nat­li­chen Lohn­steu­er­ab­zug be­rück­sich­tigt. Es wird we­ni­ger Lohn­steu­er, Kir­chen­steu­er und So­li­da­ri­täts­zu­schlag in Abzug ge­bracht.

Tipp:

Der­zeit wird nur der Grund-Ent­las­tungs­be­trag be­rück­sich­tigt.

Soll­te be­reits Steu­er­klas­se II vor­lie­gen, kann durch An­trag auf Lohn­steu­er­er­mä­ßi­gung auch im Jahr 2020 noch von dem er­höh­ten Ent­las­tungs­be­trag pro­fi­tiert wer­den. Der Be­trag wird dann auf die ver­blei­ben­den­den Mo­na­te des Jah­res ver­teilt.

Wich­tig:

Ent­fällt wäh­rend eines Jahrs eine der Vor­aus­set­zun­gen, muss dies dem Fi­nanz­amt mit­ge­teilt wer­den.

Wie wirkt sich der Ent­las­tungs­be­trag aus?

Der Ent­las­tungs­be­trag re­du­ziert die Summe der steu­er­pflich­ti­gen Ein­künf­te und ver­rin­gert da­durch die Steu­er­last.

Bei der Prü­fung, ob der An­satz von Kin­der­geld oder der Kin­der­frei­be­trag vor­teil­haf­ter ist, spielt der Ent­las­tungs­be­trag keine Rolle.

Neben die­sem Ent­las­tungs­be­trag steht al­lein­er­zie­hen­den El­tern, wie allen El­tern, das Kin­der­geld oder der Kin­der­frei­be­trag (ab 01/2020 i. H. v. 3.906 Euro) zu.

Dar­über hin­aus kön­nen auch wei­te­re Kos­ten, z. B. für die Be­treu­ung der Kin­der im Kin­der­gar­ten oder durch Ba­by­sit­ter, gel­tend ge­macht wer­den. Diese Auf­wen­dun­gen wer­den bis zu zwei Drit­tel der an­ge­fal­len Auf­wen­dun­gen, höchs­tens je­doch bis zu 4.000 Euro, als Son­der­aus­ga­ben ak­zep­tiert.

(Stand: 17.08.2020)

Bei die­sem Bei­trag han­delt es sich um einen re­dak­tio­nel­len Text des Re­dak­ti­ons­teams. Die­ser Bei­trag er­setzt keine Be­ra­tung im Rah­men einer Mit­glied­schaft in un­se­rem Lohn­steu­er­hil­fe­ver­ein. Eine Be­ra­tungs­leis­tung im kon­kre­ten Fall fin­det nur im Rah­men einer Mit­glied­schaft in­ner­halb der Be­ra­tungs­be­fug­nis gemäß § 4 Nr. 11 StBerG statt.


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