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Zumutbare Belastung - Neue Methode zur Berechnung

Der BFH hat in seinem Urteil vom 19.01.2017, Az. VI R 75/14, die bisher gültige Berechnung der zumutbaren Belastung verworfen.

Unverändert wird die zumutbare Belastung in drei Stufen nach einem bestimmten Prozentsatz des Gesamtbetrags der Einkünfte bemessen und hängt von Familienstand und Kinderzahl ab.

Hierbei gibt es drei Kategorien: Unter 15.340 Euro, über 15.340 Euro bis 51.130 Euro, über 51.130 Euro. Bei einer Einzelveranlagung ohne Kinder ist die zumutbare Belastung in folgende Prozent-sätze, in drei Kategorien gestaffelt: 5 %, 6 % und 7 %.

Bei der bisherigen Methode wurde bei Überschreiten der Grenze jeweils der für die nächste Kategorie vorgesehene Prozentsatz verwendet.

Die zumutbare Belastung bleibt weiterhin erhalten, allerdings erfolgt die Berechnung des absetzbaren Betrags nach dem Urteil des BFH deutlich steuerzahlerfreundlicher. Es wird nur noch derjenige Teil des Gesamtbetrags der Einkünfte, der den im Gesetz genannten Stufengrenzbetrag übersteigt, mit dem jeweils höheren Prozentsatz belastet.

Alte Berechnung – Einzelveranlagung ohne Kinder

  Gesamtbetrag der Einkünfte

51.130 Euro

  Zumutbare Belastung 6%

= 3.067 Euro

  Gesamtbetrag der Einkünfte

51.140 Euro

  Zumutbare Belastung 7%

= 3.579 Euro

Neue Berechnung – Einzelveranlagung ohne Kinder

  Gesamtbetrag der Einkünfte

51.130 Euro

  15.340 Euro x 5%

= 767 Euro

..35.790 Euro x 6%

= 2.147 Euro

  Zumutbare Belastung

2.914 Euro

 

 

  Gesamtbetrag der Einkünfte

51.140 Euro

  15.340 Euro x 5%

= 767 Euro

..35.790 Euro x 6%

= 2.147 Euro

  10 Euro x 7%

= 1 Euro

  Zumutbare Belastung

2.915 Euro

Bei der neuen Berechnungsmethode wird zum einen die überproportionale Erhöhung bei Überschreiten der Grenze vermieden und zum anderen auch die niedrigeren Prozentsätze der beiden unteren Kategorien genutzt. Im obigen Beispiel ergibt dies bei einem Gesamtbetrag der Einkünfte i.H.v. 51.140 Euro eine Differenz zu Gunsten der Steuerpflichtigen von 664 Euro.

Die Entscheidung betrifft alle außergewöhnlichen Belastungen nach § 33 EStG - Krankheitskosten, Pflegekosten und Unterhaltszahlungen an bedürftige Personen.

Hinweis: Erst wenn das Urteil im Bundessteuerblatt veröffentlicht wurde, ist es auf alle noch änderbaren Steuerbescheide anzuwenden. Legen Sie umgehend Einspruch ein, wenn das Finanzamt diesen ablehnt.

Wir empfehlen hierzu auch unseren Tipp zum Berechnungstool https://www.steuerverbund.de/steuertipps/einzelansicht/artikelansicht/zumutbare-belastung-berechnungstool-fuer-2017/.

(Stand: 10.05.2017)

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