Welche Studienkosten und Ausbildungskosten sind steuerlich abzugsfähig?

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Welche Studienkosten und Ausbildungskosten sind steuerlich abzugsfähig?

Frau am Laptop mit Notizblock
Es können viele Ausgaben für das Studium, die Schul- und Berufsausbildung oder auch bei Fort- und Weiterbildungen steuerlich abgesetzt werden.

Steuertipp zum Weltbildungstag

Im Rahmen der Schul- und Berufsausbildung, des Studiums oder einer Fort- bzw. Weiterbildung kommt es häufig zu hohen Ausgaben. Oft stellt sich die Frage, ob und wie die Kosten in der Steuererklärung berücksichtigt werden können.

Kosten für ein Studium

Studiengebühren zählen zu den höchsten Ausgaben, die im direkten Zusammenhang mit dem Studium entstehen können. Daneben gibt es in vielen Bibliothek Benutzergebühren, die auch als Studienkosten abgesetzt werden können.

Des Weiteren können womöglich anfallende Kurs- und Prüfungsgebühren angesetzt werden. Darunter fallen beispielsweise auch Kosten für Sprachkurse, die belegt worden sind.

Im Laufe des Studiums fallen Ausgaben für Lehrbücher und Fachliteratur an. Daneben gibt es auch Kosten für Kopien oder andere didaktische Materialien, diese sind ebenso als Studienkosten anzusetzen.

Mit der Zeit summieren sich auch kleine Ausgaben. Darunter fallen Schreibmaterialien, wie beispielsweise Stifte, Druckerpapier, Tacker, Druckerpatronen, Schreibpapier etc. - die Gesamtkosten hierfür sind absetzbar.

Ausgaben für Computer und Computerzubehör, sowie Laptop gehören ebenso zu den abzugsfähigen Kosten. Wird der Laptop/Computer auch privat genutzt, ist es ratsam, pauschal eine 50:50 Nutzung anzusetzen. Dadurch kann die Hälfte der Anschaffungskosten des Gerätes angesetzt werden.

Abbildung 1: Welche Studienkosten sind steuerlich abziehbar?

Auch Fahrtkosten dürfen in der Steuererklärung berücksichtigt werden. Zu unterscheiden ist hierbei zwischen dem Studium mit und ohne Beschäftigungsverhältnis.

Bei einem Studium ohne Beschäftigungsverhältnis (Erst-, Zweitstudium) wird der regelmäßige Weg zur Universität oder Hochschule mit 30 Cent pro Entfernungskilometer (einfache Strecke) bemessen.

Im Gegensatz dazu dürfen bei einem Studium mit Beschäftigungsverhältnis, also einem dualen oder berufsbegleitenden Studium, die Fahrtkosten mit 30 Cent pro gefahrenem Kilometer berechnet werden.

Ggf. können hier auch Verpflegungsmehraufwendungen geltend gemacht werden.

Für die Verpflegung während einer Auswärtstätigkeit können Pauschbeträge geltend gemacht werden. Maßgeblich für die Höhe der Verpflegungspauschbeträge ist die Abwesenheitsdauer am einzelnen Kalendertag von der Wohnung und auch von der ersten Tätigkeitsstätte.

Folgende Pauschbeträge sind zu berücksichtigen:

Abwesenheit

Pauschbetrag ab 2020

Mehrtägige Abwesenheit: mindestens 24 Stunden abwesend

28,00 € (bisher: 24,00€)

Mehrtägige Abwesenheit: An- und Abreisetag

14,00 € (bisher: 12,00€)

Eintägige Abwesenheit: mehr als 8 Stunden abwesend

14,00 € (bisher: 12,00€)

Tabelle 1: Pauschbeträge für Verpflegung

Wenn für das Studium eine Wohnung oder ein Zimmer am Studienort gemietet und regelmäßig vom Hauptwohnsitz zum Zweitwohnsitz gependelt wird, können folgende Kosten einer doppelten Haushaltsführung steuerlich geltend gemacht werden:

  • Miete für die Zweitwohnung (max. 1.000 € pro Monat),
  • eine Heimfahrt pro Woche mit 30 Cent pro Entfernungskilometer sowie
  • höchstens drei Monate lang eine Verpflegungspauschale für die Zeit, die nicht am Hauptwohnsitz verbracht wird.

Damit das Finanzamt eine doppelte Haushaltsführung anerkennt, muss der Student die entsprechenden Voraussetzungen hierfür erfüllen. Beispielsweise muss der Studierende einen eigenen Haushalt außerhalb des Studienortes haben. Für einen eigenen Hausstand ist eine angemessene Kostenbeteiligung erforderlich. Wohnt er noch bei den Eltern, so muss er mindestens 10 % der monatlich anfallenden Kosten bezahlen. Hierzu zählen die Miete, Mietnebenkosten, Lebensmittel und andere Dinge des täglichen Bedarfs. 

Viele Studenten können ihre Studienkosten nicht ohne Unterstützung stemmen. Dafür gibt es entweder BAföG oder Studienkredite. Die Zinsen dieser Kredite können als Studienkosten in der Steuererklärung angesetzt werden.

Wenn ein Student Mitglied in einer studentischen Vereinigung ist, kann der Mitgliedsbeitrag hierfür in der Steuererklärung eingetragen werden.

Sind die Studienkosten als Werbungskosten oder Sonderausgaben zu absetzen? 

Studenten im Erststudium, die den ersten arbeitsqualifizierenden Abschluss anstreben, dürfen ihre Studienkosten nur als Sonderausgaben absetzen.

Studenten mit einer ersten Ausbildung, wie beispielsweise Masterstudenten oder Bachelorstudenten nach einer abgeschlossenen Berufsausbildung, können ihre Ausgaben als Werbungskosten absetzen. Sie zählen dann als Fortbildungskosten.

Sonderausgaben oder Werbungskosten - Warum ist das wichtig?

Sonderausgaben können nur bis zu einer Höhe von maximal 6.000 € angesetzt werden.

Werbungskosten sind dagegen in unbegrenzter Höhe absetzbar.
Wenn in einem Jahr mehr Werbungskosten als Einnahmen angesetzt werden, werden die daraus resultierenden Verluste in das nächste Jahr übertragen. Der sogenannte Verlustvortrag wird bis in das Jahr vorgetragen, bis beispielsweise ein festes Arbeitsverhältnis vorliegt.

Kosten für Berufsausbildung

Befindet sich ein Steuerpflichtiger in einer Berufsausbildung, kann er die entstandenen Kosten unbegrenzt als Werbungskosten abziehen.

Folgende Kosten können als Werbungskosten in der Steuererklärung angesetzt werden:

  • Die Fahrtkosten zur Berufsschule sind mit 30 Cent pro gefahrenen Kilometer zu berechnen. 
  • Hier sind ggf. Verpflegungsmehraufwendungen analog zu Studium mit Beschäftigungsverhältnis anzusetzen
  • Die Fahrtkosten zur Arbeitsstätte sind mit 30 Cent pro Entfernungskilometer (einfache Strecke) anzusetzen.
  • Doppelte Haushaltsführung › Vorschriften des Studiums gelten analog
  • Zinsen für einen Ausbildungskredit
  • Nachhilfestunden für den Auszubildenden
  • Prüfungs-, Lehrgangsgebühren
  • Ausgaben für sogenannte Arbeitsmittel wie Fachliteratur, einen Laptop/Computer, Büromaterial oder einen Schreibtisch

Reise-, Übernachtungs- und Verpflegungskosten für beispielsweise Praktika

Abbildung 2: Welche Ausbildungskosten sind steuerlich abziehbar?

Kosten für Fort- und Weiterbildung

Liegt ein beruflicher Zusammenhang vor, können Arbeitnehmer Ausgaben für ihre Fort- oder Weiterbildung als Werbungskosten absetzen.

Das gilt aber nur für Aufwendungen, die nicht vom Arbeitgeber übernommen werden. Erst wenn die Weiterbildungskosten zusammen mit anderen Werbungskosten über 1.000 € liegen, lohnt sich eine detaillierte Auflistung, denn das Finanzamt berücksichtigt bei Arbeitnehmern automatisch eine Werbungskostenpauschale von 1.000 €.

Zu den Fort- und Weiterbildungskosten gehören unter anderem:

  • Kurs- und Prüfungsgebühren etc.
  • Reisekosten wie die Hin- und Rückfahrt zum Fortbildungsort oder zu einer Lern- und Arbeitsgemeinschaft mit 30 Cent pro gefahrenen Kilometer
  • bei einer Vollzeitweiterbildung dürfen die Kosten nur mit 30 Cent pro Entfernungskilometer (einfache Strecke) angesetzt werden
  • Zu den Reisekosten zählen auch die Verpflegungskosten. Hier finden die Verpflegungsmehraufwendungen (siehe Studium mit Beschäftigungsverhältnis) Anwendung
  • Übernachtungskosten, beispielsweise im Hotel
  • Arbeitsmittel wie Fachbücher oder Schreibmaterial
Abbildung 3: Welche Fortbildungskosten sind steuerlich abziehbar?
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