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Steuertipps für Rentner und Pensionäre

Rentnerin mit Sparschwein auf dem Tisch

Wer der Ansicht ist, dass Renten steuerfrei sind und daher auch keine Steuererklärung abgegeben werden muss, irrt sich leider. Zum 01.07.2017 stiegen die Renten - um 1,9 % im Westen, um 3,6 % im Osten -, dadurch werden ab 2017 wieder mehr Rentner steuerpflichtig. Grundsätzlich sind die meisten Renten steuerpflichtig – insbesondere die aus der gesetzlichen Rentenversicherung.

 

 

Renten aus der gesetzlichen Versicherung sind mit dem Besteuerungsanteil steuerpflichtig!

Die überwiegende Zahl der Rentner bezieht eine gesetzliche Rente, z. B. von der BfA. Für Rentner, die bereits 2005 oder davor eine Rente bezogen haben, beträgt der Besteuerungsanteil nur 50 %. Der einmal festgelegte Freibetrag gilt lebenslang und erhöht sich auch dann nicht, wenn es Rentenerhöhungen gegeben hat. Die Rentenerhöhungen wirken sich dann steuerlich in vollem Umfang aus. Für Neurentner steigt dieser Besteuerungsanteil jedoch seitdem stetig. Daher beträgt der Besteuerungsanteil für Rentner, die 2016 erstmals eine Rente aus der gesetzlichen Rentenversicherung erhalten haben, 72 % und stieg 2017 für Neurentner auf 74 %. Hiervon wird pauschal ein Werbungskosten- Pauschbetrag i. H. v. 102 Euro abgezogen.

Welche Ausgaben mindern die Steuerlast?

Den Altersentlastungsbetrag erhalten Sie ab dem Jahr, das auf den 64. Geburtstag folgt. 2017 betrug er maximal 988 Euro. Er betrug 20,8 % der Alterseinkünfte außer Renten und Pensionen, höchstens aber 1.064 Euro. Die von der Rente oder Pension einbehaltenen Beiträge zur Kranken- und Pflegeversicherung sind als Sonderausgaben abzugsfähig. Als außergewöhnliche Belastungen werden Ihre Krankheitskosten, der Behinderten-Pauschbetrag sowie der Pflege-Pauschbetrag anerkannt. Handwerkerleistungen oder haushaltsnahe Dienstleistungen verringern die Steuerlast. Voraussetzung hierfür ist, dass eine Rechnung vorliegt und dieser Betrag überwiesen wird.

Vermeiden Sie die Abgeltungsteuer – Stellen Sie einen Antrag auf NV-Bescheinigung!

Überstiegen Ihre Kapitalerträge den Sparer-Pauschbetrag i. H. v. 801 Euro / 1.602 Euro? Wenn Sie nicht zur Abgabe einer Steuererklärung verpflichtet waren, da Ihre Einkünfte 2017 die Grenze von 8.820 Euro (bei gemeinsam veranlagten Ehepartnern 17.640 Euro) nicht überschritten, sollten Sie einen Antrag auf „Nichtveranlagungs-Bescheinigung“ stellen. Diese Bescheinigung legen Sie Ihren Banken vor, damit diese keine Abgeltungsteuer mehr einbehalten. Die NV-Bescheinigung gilt drei Jahre, sofern sich Ihre privaten und steuerlichen Verhältnisse nicht ändern.

Wie werden Renten aus privaten Rentenversicherungsverträgen versteuert?

Haben Sie zusätzlich privat vorgesorgt und erhalten Renten aus z. B. einem Riester-Vertrag? Dann müssen die aus steuerfreien Beiträgen gespeisten Riester-Renten während der Auszahlung komplett versteuert werden. Erhalten Sie eine lebenslange Rente aus einer privat abgeschlossen Versicherung ohne staatliche Förderung, muss diese hingegen nur zu einem geringen Teil versteuert werden. Der Ertragsanteil ist dabei abhängig vom Alter bei Zahlungsbeginn. Fließt Ihnen die private Rente erstmals mit 65 oder 66 Jahren zu, sind nur 18 % steuerpflichtig.

Wer muss eine Steuererklärung abgeben?

Tatsächlich Steuern bezahlen  müssen Sie als Rentner nur, wenn Ihr zu versteuerndes Jahreseinkommen 2017 am Ende über 8.820 Euro lag (bei gemeinsam veranlagten

Ehepartnern 17.640 Euro). 2016 betrug diese Grenze nur 8.652 Euro bzw. bei Verheirateten 17.304 Euro. Hierbei werden alle Einkünfte zusammengerechnet. Dies umfasst. neben den Alterseinkünften auch Einkünfte aus Vermietung und Verpachtung, aus Nebentätigkeiten sowie u. U. auch aus Kapitalvermögen. Nicht erfasst werden pauschal besteuerte Beschäftigungsverhältnisse wie z. B. der Mini-Job.

Pensionen sind in vollem Umfang steuerpflichtig!

Als Pensionen werden Versorgungsbezüge aus einer früheren Beschäftigung im öffentlichen Dienst, als Beamter oder auch der privaten Wirtschaft bezeichnet, die vorwiegend als Ruhegehalt, Witwen-, Witwer- oder Waisengeld oder Unterhaltsbeitrag gezahlt werden. Pensionäre müssen ihre Versorgungsbezüge theoretisch voll versteuern, praktisch bleibt ein Freibetrag jedoch verschont. Für alle 2017 neu pensionierten Beamten betrug dieser maximal 2.028 Euro.

Sie können sich von der Abgabe der Steuererklärung befreien lassen!

Lag Ihr zu versteuerndes Einkommen 2017 unterhalb von 8.820 Euro (bei gemeinsam veranlagten Ehepartnern 17.640 Euro), so können Sie einen formlosen Antrag beim Finanzamt auf Freistellung von der Abgabe der Steuererklärung stellen.

(Stand: 27.03.2018)

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