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Steuerliche Behandlung von Zuwendungen

Spenden/Zuwendungen sammeln

Bei einigen Personen ist die Bereitschaft zu spenden sehr hoch, sei es im Falle einer Katastrophe oder weil man eine bestimmte Stiftung oder Vereinigung unterstützen möchte. Durch solche Spenden ist man steuerlich begünstigt, denn man kann diese als Sonderausgaben in der Steuererklärung ansetzen. Welche Voraussetzungen dabei erfüllt sein müssen und in welcher Höhe ein Ansatz möglich ist, wird im Folgenden behandelt.

Voraussetzungen für den Ansatz von Zuwendungen

Im Normalfall wird eine Zuwendungsbestätigung gem. § 50 I EStDV benötigt. Allerdings genügt ein Barzahlungsbeleg oder eine Buchungsbestätigung, wenn:

  • es sich um eine Zuwendung zur Hilfe in Katastrophenfällen handelt gem. § 50 II Nr.1 EStDV handelt

oder

  • die Zuwendungen max. 200,00 € betragen und an 
    - eine inländische juristische Person des öffentlichen Rechts oder inländische öffentliche Dienststelle gespendet wird gem. § 50 II Nr. 2a EStDV
    - eine Vereinigung iSd. § 5 I 9 KStG (gemeinnützige, kirchliche oder mildtätige Vereinigungen mit der Angabe, ob es sich um eine Spende oder den Mitgliedsbeitrag handelt) gespendet wird gem. § 50 II Nr. 2b EStDV
    - eine politische Partei gespendet wird. In diesem Fall muss auch der Verwendungszweck aufgedruckt sein gem. § 50 II Nr. 2c EStDV

Gemeinnützige § 52 AO, mildtätige § 53 AO und kirchliche § 54 AO Zuwendungen

Hier können Zuwendungen in Höhe von bis zu 20 % des Gesamtbetrags der Einkünfte als Sonderausgaben in der Steuererklärung ansetzt werden gem. § 10b I EStG. Sollte der Betrag der Spende den Maximalbetrag übersteigen, ist der Restbetrag in den Folgejahren ansetzbar gem. § 10 Ib S.9 EStG.

Allerdings ist kein Ansatz von Mitgliedsbeiträgen an Vereinigungen zur Förderung

  • des Sports gem. § 10b I S.8 Nr. 1 EStG
  • kultureller Betätigungen, die in erster Linie zur Freizeitgestaltung dienen
  • der Heimatpflege und Heimatkunde
  • der Tierzucht, Pflanzenzucht, Kleingärtnerei, traditioneller Brauchtum (einschließlich des Faschings), der Soldaten- und Reservistenbetreuung, des Amateurfunkens, des Modellflugs und des Hundesports

möglich.

Staatliche Zuwendungen

Bei dieser Art von Spende/Mitgliedsbeitrag ist zu beachten, dass Zuwendungen an politische Parteien und Wählervereinigungen gesondert zu betrachten sind. Für beide Arten von Zuwendung gilt eine Steuerermäßigung von 50 % der Zuwendungen, aber maximal in der Höhe von 50 % von 1.650,00 € gem. § 34g EStG. Darüber hinausgehende Spenden an politische Parteien sind bis zu 1.650,00 € als Sonderausgaben abzugsfähig gem. § 10b II EStG. Somit ist zuerst der § 34g EStG (Steuerermäßigung) und dann der § 10b II EStG (Sonderausgaben) zu berücksichtigen. Um die höchstmögliche Steuerermäßigung von 825,00 € zu erhalten, muss der Steuerpflichtige Zuwendungen in Höhe von 1.650,00 € tätigen. Im Falle einer Zusammenveranlagung gem. § 26b EStG ist der maximale Betrag von 1.650,00 € auf 3.300,00 € zu verdoppeln gem. § 10b II S. 1 EStG. Auch der zu spendende Betrag muss verdoppelt werden, wenn die höchstmögliche Steuerermäßigung erlangt werden soll.

Spenden an Stiftungen

Bei Spenden an Stiftungen können bis zu 1 Mio. € als Sonderausgaben in der Steuererklärung angesetzt werden gem. § 10b Ia S.1 EStG. Im Fall einer Zusammenveranlagung gem. § 26b EStG verdoppelt sich der ansetzbare Betrag.

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Im Allgemeinen ist zu sagen, dass auch Sachspenden als Zuwendungen gelten gem. § 10b III EStG und sogar der Zeitaufwand im Ehrenamt als Spende angesetzt werden kann. 

Spendennachweis für die Steuererklärung

Ab 2017 sollte standardmäßig die Bestätigung der Spende direkt vom Empfänger elektronisch an das Finanzamt übermittelt werden. Hierfür gibt es einen amtlichen Vordruck für die Spendenempfänger. Der Spender hat hierdurch den Vorteil, dass er die Zuwendungsbestätigung nicht mit der Steuererklärung abgeben müsste, sondern diese nur bei sich aufbewahren, und erst bei Aufforderung durch das Finanzamt einreichen muss. 

(Stand: 21.04.2017)

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