Sonderausgaben in der Steuererklärung

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Sonderausgaben in der Steuererklärung

Allgemeines zu Sonderausgaben

Sonderausgaben sind Kosten der Lebensführung, welche der Gesetzgeber steuerlich begünstigt.

Diese privaten Ausgaben dürfen ausnahmsweise vom Einkommen abgezogen werden, obwohl es sich hier um Aufwendungen im Privatbereich des Steuerpflichtigen handelt.

Als Sonderausgaben können nur solche Aufwendungen abgezogen werden, für die eine vertragliche oder gesetzliche Verpflichtung für den Steuerpflichtigen besteht und die er selbst entrichtet hat.

Eine Ausnahme bilden hier Krankenversicherungsbeiträge für Kinder, für die ein Anspruch auf Freibetrag nach § 32 Abs. 6 EStG oder auf Kindergeld besteht.

Berücksichtigt werden die Sonderausgaben in Höhe der wirtschaftlichen Last des Steuerpflichtigen, das heißt Erstattungen müssen gegengerechnet werden.

Werden Ehegatten einzeln veranlagt, erfolgt der Abzug der Sonderausgaben grundsätzlich bei dem Ehegatten, der die Sonderausgaben geleistet hat.

Werden Ehegatten zusammen veranlagt, ist es für den Abzug der Sonderausgaben unerheblich, wer von beiden diese geleistet hat.

Für Sonderausgaben gilt das Abflussprinzip des § 11 EStG, das bedeutet sie sind grundsätzlich in dem Veranlagungszeitraum abziehbar, in denen sie geleistet worden sind.

In den Paragrafen 10 bis 10d des EStG werden die abziehbaren Sonderausgaben abschließend aufgeführt. Was nicht von diesen Regelungen umfasst wird, wird auch nicht vom Finanzamt anerkannt.

Zu den Sonderausgaben gehören somit u.a.:

Sonderausgaben Tabelle

Gezahlte Kirchensteuer als Sonderausgaben

Die gezahlte Kirchensteuer kann gem. § 10 Abs. 1 Nr. 4 EStG als Sonderausgaben in Abzug gebracht werden.

Es werden nur Geldleistungen anerkannt, welche von Religionsgemeinschaften erhoben werden, die als Körperschaften des öffentlichen Rechts anerkannt sind.

Auch muss die Kirchensteuer aufgrund gesetzlicher Vorschriften erhoben werden.

Der Kirchensteuer gleichgestellt ist hier das sogenannte Kirchgeld, welches bei Zusammenveranlagung von Ehegatten erhoben wird, wenn der gutverdienende Ehepartner nicht Mitglied einer Religionsgemeinschaft ist und der andere Ehepartner kein Einkommen erzielt.

Als Sonderausgaben abzugsfähig ist hierbei der Saldo aus in einem Veranlagungszeitraum gezahlter bzw. erstatteter Kirchensteuer, unabhängig davon, ob es den gleichen Veranlagungszeitraum betrifft.

Übersteigen jedoch die im Veranlagungszeitraum erstatteten Aufwendungen die geleisteten Aufwendungen (Kirchensteuer) ist ein solcher Erstattungsüberhang dem Gesamtbetrag der Einkünfte hinzuzurechnen.

Kommt es im Rahmen der Abgeltungssteuer zu einem Abzug der Kirchensteuer, kann diese nicht als Sonderausgaben berücksichtigt werden.

Kosten für die Kinderbetreuung 

(§ 10 Abs. 1 Nr. 5 EStG)

Eltern können zwei Drittel der Kosten für die Betreuung ihrer Kinder, höchstens 4.000 € je Kind und Kalenderjahr, als Sonderausgaben geltend machen.

Abzugsberechtigt sind zusammenlebende Eltern bzw. der Elternteil zu dessen Haushalt das Kind gehört.

Auch eine Aufteilung des Abzugsbetrags von maximal 4.000 € auf die Elternteile ist möglich.

Eine Anerkennung als Sonderausgaben ist nur möglich, wenn …

  • es sich um das eigene Kind oder ein Pflegekind handelt
  • das Kind zum Haushalt gehört, d. h. das Kind lebt dauerhaft im Haushalt des Steuerpflichtigen. Bei getrennten oder geschiedenen Eltern ist entscheidend, wo das Kind gemeldet ist
  • das Kind das 14. Lebensjahr noch nicht vollendet hat
  • der Steuerpflichtige eine Rechnung für die Kinderbetreuung erhält und die Zahlung auf das Konto des Erbringers der Leistung erfolgt. Als Rechnung gilt dabei auch ein schriftlicher Arbeitsvertrag, der Bescheid des öffentlichen oder privaten Trägers über die zu zahlenden Gebühren oder eine detaillierte Quittung.

Die Altersgrenze spielt keine Rolle, wenn das Kind körperlich, geistig oder seelisch behindert ist und die Behinderung vor Vollendung des 25. Lebensjahres eingetreten ist.

Auch dürfen die Aufwendungen nur geltend gemacht werden, wenn die Eltern im Inland unbeschränkt steuerpflichtig sind. Auf die unbeschränkte Steuerpflicht des Kindes kommt es jedoch nicht an.

Als Kinderbetreuungskosten abziehbar sind sämtliche Ausgaben in Geld oder Geldeswert für Dienstleistungen im Zusammenhang mit der Betreuung des Kindes wie zum Beispiel:

  • Aufwendungen für die Unterbringung in Kindergärten, Tagesmütter, Ganztagespflegestellen usw.
  • Aufwendungen für die Beschäftigung von Kinderpflegern
  • Aufwendungen für die Beschäftigung von Hilfen im Haushalt, soweit diese Kinder betreuen
  • Aufwendungen für die Hausaufgabenbetreuung

Nicht abziehbar sind jedoch:

  • Aufwendungen für Unterricht
  • Aufwendungen für Freizeitbeschäftigungen wie z. B. Reitunterricht, Mitgliedschaft in Vereinen
  • Aufwendungen für die Verpflegung des Kindes

Bei gemischten, also begünstigt und nicht begünstigten Dienstleistungen zur Kinderbetreuung, ist entweder eine separate Abrechnung zu erstellen oder eine Schätzung vorzunehmen.

Kosten für die Betreuung durch Angehörige sind nur unter strengen Regeln möglich. Hier bedarf es klarer und zivilrechtlich wirksamer Vereinbarungen, welche dem üblichen Regelungsinhalt zwischen Fremden entsprechen.

Berufsausbildungskosten als Sonderausgaben

Aufwendungen für die eigene Berufsausbildung sind dann als Sonderausgaben anzusetzen, wenn es sich um eine

  • erstmalige Berufsausbildung oder
  • ein Erststudium 

handelt, welche nicht im Rahmen eines Dienst- bzw. Ausbildungsverhältnisses stattfinden.

Eine erstmalige Ausbildung liegt vor, wenn ihr keine andere abgeschlossene Berufsausbildung oder kein abgeschlossenes Hochschulstudium vorausgeht.

Diese Kosten sind nach dem gesetzlichen Abzugsverbot nicht als Werbungskosten oder Betriebsausgaben ansetzbar. Dies bestätigte das Bundesverfassungsgericht mit Beschluss vom 19.11.2019.

Die Aufwendungen für die eigene Berufsausbildung sind jedoch nur beschränkt als Sonderausgaben abziehbar. Für sie gilt gemäß § 10 Abs. 1 Nr. 7 EStG ein jährlicher Höchstbetrag von 6.000 €.

Dieser wird bei Ehegatten, die die Voraussetzungen für eine Zusammenveranlagung erfüllen, jeweils gesondert berücksichtigt.

Zu den berücksichtigungsfähigen Aufwendungen gehören z. B.:

  • Lehrgangs- und Studiengebühren
  • Aufwendungen für Fachliteratur und Arbeitsmittel
  • Aufwendungen für die auswärtige Unterbringung
  • Verpflegungsmehraufwendungen
  • Aufwendungen für ein häusliches Arbeitszimmer
  • Fahrtkosten für die Wege zwischen Wohnung und Ausbildungsort
  • Schuldzinsen für Studiendarlehen

Nicht berücksichtigt werden Aufwendungen für Fortbildungen im Bereich der Allgemeinbildung, da diese nicht auf eine spätere Erwerbstätigkeit ausgerichtet sind.

Erhält der Steuerpflichtige zur unmittelbaren Förderung seiner Ausbildung steuerfreie Bezüge, entfällt insoweit der Sonderausgabenabzug.

Schulgeld als Sonderausgaben

Für den Besuch einer nicht öffentlichen Schule (Privatschule) können 30 % des gezahlten Schulgelds, höchstens 5.000 € als Sonderausgaben geltend gemacht werden, wenn der Steuerpflichtige für das Kind einen Anspruch auf Kindergeld oder den Kinderfreibetrag hat.

Bei der Anerkennung der Aufwendungen als Sonderausgaben kommt es dabei darauf an, wer die Kosten wirtschaftlich getragen hat, nicht wer Vertragspartner der Schule ist.

Der Abzug nach § 10 Abs. 1 Nr. 9 EStG ist dann möglich, wenn das Kind eine Schule in freier Trägerschaft oder eine überwiegend private Schule besuchte, welche sich in einem Mitgliedsstaat der EU oder EWR-Staat befindet.

Diese Schule muss zu einem anerkannten Schul-, Jahrgangs- oder Berufsabschluss führen oder auf diesen vorbereiten. Bei ausländischen Schulen muss der Abschluss mit einem inländischen Abschluss an einer öffentlichen Schule vergleichbar oder als gleichwertig anerkannt sein.

Für deutsche Schulen im Ausland gilt der Steuerabzug weltweit.

Diese Einrichtungen müssen nach einem staatlich vorgegebenen, genehmigten oder beaufsichtigten Lehrplan ausbilden.

Kein Sonderausgabenabzug ist möglich bei dem Besuch von Nachhilfeeinrichtungen, Musikschulen, Sportvereine, Ferienkursen und Universitäten einschließlich Fachhochschulen.

Begünstigt ist nur das gezahlte Schulgeld, nicht jedoch Aufwendungen für die Beherbergung, die Betreuung oder die Verpflegung.

Für mehr Informationen zum Sonderausgabenabzug Schulgeld hier noch ein weiterer Artikel.

Unterhaltsleistungen an geschiedene Ehegatten als Sonderausgaben

Leistet ein Steuerpflichtiger freiwillig oder aufgrund gesetzlicher Verpflichtung Unterhaltszahlungen an seinen ehemaligen Ehepartner/Lebenspartner, können diese als Sonderausgaben geltend gemacht werden.

Im Rahmen des sogenannten „Realsplittings“, § 10 Abs. Abs. 1a Nr. 1 EStG, kann der Unterhaltsverpflichtete bis zu 13.805 € pro Empfänger und Kalenderjahr als Sonderausgaben abziehen. Berücksichtigt werden hierbei Geld oder Sachleistungen. Es kann sich bei den Zahlungen um laufende, einmalige aber auch Nachzahlungen oder Vorauszahlungen handeln.

Dieser Höchstbetrag erhöht sich ggf. um die im Veranlagungszeitraum für den geschiedenen oder dauernd getrenntlebenden unbeschränkt einkommensteuerpflichtigen Ehegatten übernommenen Kranken- und Pflegeversicherungsbeträge.

Der Abzug als Sonderausgaben ist dann zulässig, wenn:

  • der Geber und der Empfänger geschiedene oder dauernd getrennt lebende Ehegatten sind,
  • der Empfänger unbeschränkt einkommensteuerpflichtig ist oder nicht unbeschränkt steuerpflichtig ist und seinen Wohnsitz oder gewöhnlichen Aufenthalt in einem EU- oder EWR-Staat oder in der Schweiz hat und die Besteuerung der zu berücksichtigenden Leistungen beim Empfänger durch eine Bescheinigung der ausländischen Behörde nachgewiesen werden,
  • der Geber im Inland unbeschränkt einkommensteuerpflichtig ist
  • der Geber den Sonderausgabenabzug beantragt,
  • der Empfänger diesem Antrag im Rahmen der Anlage U zustimmt und
  • der Geber in seiner Steuererklärung die Identifikationsnummer des Empfängers angibt.

Mit dieser Zustimmung soll vermieden werden, dass der Empfänger wirtschaftliche Nachteile hat, da dieser die Zahlungen als Einkünfte nach § 22 Nr. 1a EStG zu erklären hat.

Wird der Antrag auf Sonderausgabenabzug nicht gestellt oder stimmt der unterhaltsberechtigte Empfänger dem Antrag nicht zu, können die Unterhaltsleistungen als außergewöhnliche Belastungen geltend gemacht werden. 

Übersteigen die Unterhaltsleistungen 13.805 €, können diese weder als Sonderausgaben noch als außergewöhnliche Belastungen abgezogen werden.

Ausgleichszahlungen zur Vermeidung eines Vorsorgeausgleichs

(§ 10 Abs. 1a Nr. 3 EStG)

Leistet ein Steuerpflichtiger Ausgleichszahlungen zur Vermeidung eines Versorgungsausgleiches nach § 6 Abs. 1 S. 2 Nr. 2 und § 23 des Versorgungsausgleichsgesetztes, sowie nach § 1408 Abs. 2, § 1587 BGB, können diese in voller Höhe als Sonderausgaben geltend gemacht werden.

Dabei ist es unerheblich, ob die Ausgleichszahlungen eine beamtenrechtliche, eine öffentlich-rechtliche, eine private, eine geförderte oder eine betriebliche Altersvorsorge betrifft.

Voraussetzungen für den Abzug dieser Ausgleichszahlungen sind:

  • ·Antrag des Ausgleichsverpflichteten,
  • Zustimmung des Ausgleichsberechtigten, welcher entweder unbeschränkt einkommensteuerpflichtig ist oder nicht unbeschränkt steuerpflichtig ist und seinen Wohnsitz oder gewöhnlichen Aufenthalt in einem EU- oder EWR-Staat oder in der Schweiz hat und die Besteuerung der zu berücksichtigenden Leistungen beim Empfänger durch eine Bescheinigung der ausländischen Behörde nachgewiesen werden,
  • ·Angabe der Identifikationsnummer des Ausgleichsberechtigten in der Steuererklärung des Ausgleichsverpflichteten.

Leistungen aufgrund eines schuldrechtlichen Versorgungsausgleichs, § 10 Abs. 1a Nr. 4 EStG

Leistet ein Steuerpflichtiger Ausgleichszahlungen im Rahmen eines Versorgungsausgleiches nach §§ 20 – 22, 26 des Versorgungsausgleichsgesetztes, können diese als Sonderausgaben geltend gemacht werden.

Voraussetzungen für den Abzug dieser Aufwendungen sind:

  • Antrag des Ausgleichsverpflichteten,
  • Zustimmung des Ausgleichsberechtigten, welcher entweder unbeschränkt einkommensteuerpflichtig ist oder nicht unbeschränkt steuerpflichtig ist und seinen Wohnsitz oder gewöhnlichen Aufenthalt in einem EU- oder EWR-Staat oder in der Schweiz hat und die Besteuerung der zu berücksichtigenden Leistungen beim Empfänger durch eine Bescheinigung der ausländischen Behörde nachgewiesen werden,
  • Angabe der Identifikationsnummer des Ausgleichsberechtigten in der Steuererklärung des Ausgleichsverpflichteten.

Berücksichtigt werden nur schuldrechtliche Ausgleichszahlungen in Form von einer schuldrechtlichen Ausgleichsrente oder einer Abtretung von Versorgungsansprüchen oder von Kapitalzahlungen.

Diese Ausgleichszahlungen können jedoch nur in dem Umfang als Sonderausgaben geltend gemacht werden, soweit die ihnen zu Grunde liegenden Einnahmen bei der ausgleichspflichtigen Person der Besteuerung unterliegen.

Ein Höchstbetrag der abzugsfähigen Sonderausgaben ist nicht zu beachten.

Ausgaben für steuerbegünstigte Zwecke

Tätigt ein Steuerpflichtige Zuwendungen in Form von Spenden und/oder Mitgliedsbeiträgen gilt es 3 Arten zu unterscheiden:

a)   Zuwendungen zur Förderung steuerbegünstigter Zwecke (§ 10b Abs. 1 EStG)

b)   Stiftungszuwendungen (§ 10b Abs. 1a EStG)

c)    Zuwendungen zu politischen Parteien (§ 10b Abs. 2 EStG)

a) Zuwendungen zur Förderung steuerbegünstigter Zwecke

Als Sonderausgaben sind Zuwendungen abzugsfähig, wenn

  • der Steuerpflichtige eine Zuwendung tätigt (Spenden oder Mitgliedsbeiträge)
  • diese Zuwendung für steuerbegünstigte Zwecke erfolgt und
  • an einen steuerbegünstigten Empfänger geleistet werden und
  • der Steuerpflichtige nachweisen kann, dass diese Voraussetzungen erfüllt sind.

Zuwendungen sind alle Wertabgaben, die aus dem Vermögen des Steuerpflichtigen bezahlt werden.

Es muss sich hierbei um Leistungen ohne Gegenleistung handeln. Diese können durch Hingabe von Geld, aber auch in Form von Sachzuwendungen geleistet werden.

Nicht als Zuwendungen sind Nutzungen und sonstige Leistungen anzusehen.

Steuerbegünstige Zwecke sind alle Zuwendungen i. S. d. § 52 bis 54 AO, also

  • Gemeinnützige Zwecke
  • Mildtätige Zwecke
  • Kirchliche Zwecke

Nicht als Sonderausgaben abziehbar sind jedoch Mitgliedsbeiträge an Sportvereine, Körperschaften zur Förderung kultureller Betätigungen, die der Freizeitgestaltung dienen, Körperschaften zur Förderung der Heimatpflege und Heimatkunde und Förderungen z.B. der Tierzucht.

Zuwendungen können auch nur dann als Sonderausgaben geltend gemacht werden, wenn Sie an folgende Zuwendungsempfänger geleistet werden:

  • Juristische Personen des öffentlichen Rechts oder eine öffentlich-rechtliche Dienststelle in einem EU/EWR-Staat oder
  • eine nach § 5 Abs. 1 Nr. 9 KStG bezeichnete Körperschaft (z. B. Verein), Personenvereinigung oder Vermögensmasse oder
  • eine Körperschaft, Personenvereinigung oder Vermögensmasse in einem EU/EWR-Staat.

Ein Abzug ist nur zulässig, wenn die Zuwendungen durch eine Zuwendungsbestätigung (Spendenquittung) nachgewiesen werden.

Diese hat grundsätzlich auf einem amtlich vorgeschriebenen Vordruck zu erfolgen. Bei Spenden bis zu 200 € reichen in der Regel jedoch einfache Bareinzahlungsbelege oder eine Buchungsbestätigung des Kreditinstituts als Nachweis.

Der Abzug der Zuwendungen ist auf einen bestimmten Höchstbetrag begrenzt.

Dieser beträgt wahlweise:

  • 20 % des Gesamtbetrags der Einkünfte (ohne Kapitalerträge die der Abgeltungssteuer unterliegen) oder
  • 4 von Tausend der Summe aus Umsätzen, Löhnen und Gehältern.

Übersteigen die geleisteten Zuwendungen in einem Veranlagungszeitraum diese Höchstbeträge, können diese zeitlich unbegrenzt vorgetragen werden.

b) Stiftungsspenden

Leistet ein Steuerpflichtiger Spenden zur Förderung steuerbegünstigter Zwecke in das zu erhaltende Vermögen einer neu gegründeten oder einer bestehenden Stiftung, die die Eigenschaft eines steuerbegünstigten Empfängers erfüllt, sind diese als Sonderausgaben abziehbar.

Die Höhe der Zuwendungen ist durch einen Zuwendungsnachweis auf amtlich vorgeschriebenen Vordruck erforderlich.

Die Spenden können wahlweise im Jahr der Zuwendung und in den folgenden neun Veranlagungszeiträumen bis zu 1 Mio. € (bei zusammenveranlagten Ehegatten 2 Mio. €) zusätzlich zu den Höchstbeträgen als Sonderausgaben abgezogen werden.

Dies ist jedoch nur einmal in 10 Jahren möglich und muss gesondert festgestellt werden.

c) Zuwendungen an politische Parteien

Zuwendungen (Spenden und/oder Mitgliedsbeiträge) an Parteien, die nicht von der staatlichen Parteienfinanzierung ausgeschlossen sind oder an unabhängige Wählervereinigungen können entweder vorrangig durch die Steuerermäßigung nach § 34 g EStG und nachrangig als Sonderausgaben berücksichtigt werden.

Nach § 34 Abs. 2 EStG können bis zu 50% der Ausgaben, höchstens jedoch 825 € von der tariflichen Einkommenssteuer abgezogen werden.

Bei Zusammenveranlagung verdoppelt sich dieser Wert auf 1.650. Somit müssten in einem Kalenderjahr Zuwendungen in Höhe von 1.650 € bzw. 3.300 € geleistet werden, um diesen Höchstbetrag ausschöpfen zu können.

Übersteigen die geleisteten Zuwendungen an politische Parteien diesen Betrag, können diese als Sonderausgaben abgezogen werden.

Bei Zuwendungen an Wählervereinigungen ist ebenfalls die Steuerermäßigung nach § 34g EStG anwendbar, jedoch entfällt bei Übersteigen der Höchstbeträge der Abzug als Sonderausgaben.

Bei Zuwendungen sowohl an politische Parteien als auch an unabhängige Wählervereinigungen können die Höchstbeträge zweimal ausgeschöpft werden.

Ein Abzug ist nur zulässig, wenn die Zuwendungen durch eine Zuwendungsbestätigung (Spendenquittung) nachgewiesen werden.

Diese hat grundsätzlich auf einem amtlich vorgeschriebenen Vordruck zu erfolgen. Bei Spenden bis zu 200 € reichen in der Regel jedoch einfache Bareinzahlungsbelege oder eine Buchungsbestätigung des Kreditinstituts als Nachweis.

Vorsorgeaufwendungen

Als Sonderausgaben sind folgende Vorsorgeaufwendungen abzugsfähig:

a) Altersvorsorgeaufwendungen (§ 10 Abs. 1 Nr. 2 EStG) und

b) Sonstige Vorsorgeaufwendungen (§ 10 Abs. 1 Nr. 3, 3a EStG)

Diese Vorsorgeaufwendungen sind in dem Formular „Anlage Vorsorgeaufwand“ anzugeben.

a) Altersvorsorgeaufwendungen

Die abziehbaren Altersvorsorgeaufwendungen (sog. Basisversorgung) sind:

  • Beiträge zur gesetzlichen Rentenversicherung (AN-Anteil, AG-Anteil)
  • Beiträge zur landwirtschaftlichen Alterskasse,
  • Beiträge zu berufsständischen Versorgungseinrichtungen, die den gesetzlichen Rentenversicherungen vergleichbare Leistungen erbringen und
  • Beiträge zur privaten kapitalgedeckten Leibrentenversicherung (sog. Rürup-Rente), wenn der Vertrag:

    • nur die Zahlung einer monatlichen, lebenslangen Leibrente, nicht vor Vollendung des 62. Lebensjahres vorsieht und
    • die Ansprüche nicht vererblich, nicht übertragbar, nicht beleihbar, nicht veräußerbar und nicht kapitalisierbar sind.

Hinweis: Nicht begünstigt sind Beiträge, die Eltern zum Aufbau einer Altersversorgung für ihre Kinder erbringen.

Altersvorsorgeaufwendungen sind nur bis zum Höchstbetrag der knappschaftlichen Rentenversicherung, aufgerundet auf einen vollen Betrag in € möglich. Dieser verdoppelt sich bei zusammenveranlagten Ehegatten.

Im Veranlagungsjahr 2020 liegt dieser bei 101.400 € und einem Beitragssatz von 24,7 %, somit 25.046 €.

Als Altersvorsorgeaufwendungen ist dann der niedrigere Betrag, also die tatsächlichen Aufwendungen, oder der Höchstbetrag, abziehbar.

Jedoch ist hier nur ein gewisser Prozentsatz zu berücksichtigen, im Jahr 2020 liegt dieser bei 90 %.

Der sich daraus ergebende Betrag ist um den nach § 3 Nr. 26 EStG steuerfreien Arbeitgeberanteil zur gesetzlichen Rentenversicherung zu mindern.

b) Sonstige Vorsorgeaufwendungen

Neben den Altersvorsorgeaufwendungen sind noch folgende Vorsorgeaufwendungen als Sonderausgaben abzugsfähig: Zunächst die zur sogenannten Basisversorgung gehörenden:

  • Beiträge zur Krankenversicherung

    • soweit es sich um die sog. Basiskrankenversicherung handelt (somit keine Beitragsanteile für Wahlleistungen wie z. B. Einbettzimmer, Chefarztbehandlung!)
    • einschließlich eines ggf. erhobenen kassenindividuellen Zusatzbeitrages der Krankenkasse
    • es ist unerheblich, ob es sich um eine gesetzliche oder private Krankenversicherung handelt

  • Beiträge zur Pflegeversicherung

    • soweit es sich um Beiträge zur gesetzlichen oder zur privaten Pflegeversicherung handelt

Die Beiträge zur gesetzlichen Kranken- und Pflegeversicherung sind in voller Höhe – ohne Höchstbetragsberechnung – als Sonderausgaben abziehbar.

Es erfolgt lediglich eine Kürzung der Beiträge zur Krankenversicherung um 4 %, wenn der Versicherte Anspruch auf Krankengeld oder eine vergleichbare Leistung hat.

Diese Aufwendungen sind bei dem Steuerpflichtigen nur begünstigt, wenn

  • der Steuerpflichtigen selbst Versicherungsnehmer ist oder
  • diese für die Absicherung seines (nicht dauernd getrennt lebenden) Ehegatten oder eingetragenen Lebenspartner oder
  • für seine bei ihm steuerlich zu berücksichtigenden Kinder
  • geleistet werden.

Neben diesen Vorsorgeaufwendungen sind auch noch folgende weitere sonstige Vorsorgeaufwendungen als Sonderausgaben abzugsfähig:

  • Beiträge zu gesetzlichen oder privaten Kranken- oder Pflegeversicherungen für Leistungen, die über die Basisversicherung hinausgehen (sog. Komfortleistungen)
  • Beiträge zur Arbeitslosenversicherung
  • Beiträge zu Erwerbs- und Berufsunfähigkeitsversicherungen
  • ·Beiträge zu Unfallversicherungen
  • Beiträge zu Haftpflichtversicherungen (z.B. Kfz-Haftpflicht, private Haftpflicht, Tierhaftpflicht)
  • Beiträge für Risikolebensversicherungen
  • Beiträge zu Kapitallebensversicherungen, welche vor dem 01.01.2005 abgeschlossen wurden und bis zum 31.12.2004 ein entsprechender Versicherungsbeitrag geleistet wurde (Berücksichtigung in Höhe von 88 %)
  • Nicht abzugsfähig sind

    • Beiträge zu Sachversicherungen
    • Beiträge zu Rechtsschutzversicherungen
    • Zahlungen an Bausparkassen

Diese Beiträge können jedoch nur insoweit abgezogen werden, als durch die Beiträge zur Basisabsicherung in der Kranken- und Pflegeversicherung die Höchstbeträge von 2.800 € und 1.900 € nicht vollständig aufgebraucht sind.

Der Höchstbetrag von 2.800 € kommt zur Anwendung, wenn der Steuerpflichtige die Aufwendungen für die Krankenversicherung und für Krankheitskosten vollständig aus eigenen Einnahmen getragen hat, somit überwiegend für Selbständige.

Der Höchstbetrag von 1.800 € kommt zur Anwendung, wenn der Steuerpflichtige ganz oder teilweise ohne eigene Aufwendungen einen Anspruch auf vollständige oder teilweise Erstattung von Krankheitskosten hat, somit überwiegend für:

  • Sozialversicherungspflichtige Arbeitnehmer
  • Rentner
  • ·Aktive Beamte
  • Pensionierte Beamte mit Beihilfeanspruch und
  • Familienversicherte Angehörige.

Hinweise:

  • Die von Amtswegen bislang durchzuführende Günstigerprüfung, ob die derzeitige Regelung für den Steuerpflichtigen ungünstiger ist als die vorherige Regelung, fällt ab dem VZ 2020 weg
  • Eine Berücksichtigung von Sonderausgaben ist nur in der Höhe möglich, in welcher der Steuerpflichtige wirtschaftlich belastet ist; im Falle von Beitragsrückerstattungen im Folgejahr sind diese zunächst mit gleichartigen Aufwendungen zu verrechnen, ggf. ist ein Erstattungsüberhang mit anderen Versicherungsbeiträgen zu verrechnen oder schließlich dem Gesamtbetrag der Einkünfte hinzuzurechnen

Sonderausgaben Pauschbetrag

Für Sonderausgaben, die nicht zu den Vorsorgeaufwendungen zählen, erhält der Steuerpflichtige einen Sonderausgaben-Pauschbetrag von 36 €, wenn er keine höheren Aufwendungen nachweisen kann.

Bei zusammenveranlagten Ehegatten erhöht sich dieser Betrag auf 72 €.

Negative Einkünfte

Erzielt ein Steuerpflichtiger innerhalb eines Veranlagungszeitraums auch negative Einkünfte, können diese im gleichen Veranlagungszeitrum berücksichtigt werden, durch den sog. Verlustausgleich.

Ist dies nicht möglich, können diese im Rahmen des Verlustabzugs nach § 10 d EStG, entweder durch Verlustrücktrag oder Verlustvortrag, in verschiedenen Veranlagungszeiträumen berücksichtigt werden.

Verlustausgleich:

  • Horizontaler Verlustausgleich:

    • Hier werden positive und negative Einkünfte einer Einkunftsart innerhalb eines Veranlagungszeitraums verrechnet

  •  Vertikaler Verlustausgleich:

    • Hier werden positive und negative Einkünfte verschiedener Einkunftsarten verrechnet

Ein vertikaler Verlustausgleich ist jedoch nicht möglich, wenn es sich um Einkünfte aus Kapitalvermögen oder um Verluste aus privaten Veräußerungsgeschäften i. S. d.  § 23 EStG handelt.

Verlustrücktrag:

Es besteht die Möglichkeit, dass Verluste,

  • die bei der Ermittlung des Gesamtbetrags der Einkünfte des laufenden Veranlagungszeitraums nicht ausgeglichen werden können,
  • bis zu einem Betrag von 1.000.0000 € bzw. 2.000.000 € bei zusammenveranlagten Ehegatten
  • vom Gesamtbetrag der Einkünfte des unmittelbar vorangegangen Veranlagungszeitraums in Abzug gebracht werden können.

Der Abzug erfolgt vorrangig vor Sonderausgaben und außergewöhnlichen Belastungen.

Auf Antrag kann der Steuerpflichtige ganz oder teilweise auf einen Verlustrücktrag verzichten.

Bei Verlusten aus Kapitalvermögen ist ein Verlustrücktrag nicht möglich.

Verlustvortrag:

Nicht oder nicht in vollem Umfang durch Verlustrücktrag berücksichtigte negative Einkünfte können in den folgenden Veranlagungszeiträumen bis zu einem Gesamtbetrag der Einkünfte von 1.000.000 bzw. 2.000.000 € bei zusammenveranlagten Ehegatten unbeschränkt abgezogen werden.

Es ist darüber hinaus ein Verlustabzug von bis zu 60 % des 1.000.000 € (2.000.000 €) übersteigenden Gesamtbetrags der Einkünfte möglich.

Der Abzug erfolgt vom Gesamtbetrag der Einkünfte und vor Abzug der Sonderausgaben und anderen Abzugsbeträgen.

Ein Verlustvortrag ist auch bei Verlusten aus Kapitalvermögen unbefristet möglich.

Der am Schluss des Veranlagungszeitraums verbleibende Verlustvortrag ist gesondert festzustellen.

(Stand: 07.12.2020)


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