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Sind Unfallkosten – Arztkosten - auf dem Weg zur ersten Tätigkeitsstätte abzugsfähig?

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Die Richter des FG Baden-Württemberg hatten in Ihrem Urteil vom 19.01.2018, Az. 5 K 500/1 darüber zu entscheiden, ob die Behandlungs- bzw. Krankenhauskosten nach einem Autounfall als Werbungskosten zusätzlich zur Entfernungspauschale anerkannt werden.

Im entschiedenen Fall wurde die Steuerpflichtige auf dem Weg zur Arbeit bei einem Autounfall schwer im Gesicht verletzt. Da die Operationskosten über die Grundversorgung hinausgingen, bezahlte sie Kosten i. H. v. 2.400 Euro selbst. Sie beantragte diese als Werbungskosten bei den Einkünften aus nichtselbstständiger Arbeit zu berücksichtigen.

Sowohl das FA als auch das FG lehnte dies ab.

Schon aus dem Wortlaut des Gesetzes ergebe sich, dass auch außergewöhnliche Kosten – unabhängig von ihrer Höhe – unter die Abgeltungswirkung der Entfernungspauschale fallen. Dies schließt Aufwendungen für auf dem Arbeitsweg entstandene Sach- und Personenschäden mit ein.

Das FG prüfte auch, ob diese Kosten mit Ihrer beruflichen Tätigkeit im Zusammenhang stehen. Die Richter kamen zu dem Ergebnis, dass der Zusammenhang der ärztlichen Behandlungskosten mit der Heimfahrt von der Tätigkeitsstätte enger sei.

Die Richter des BFH müssen nun in der Revision VI R 8/18 prüfen, ob die Behandlungs- bzw. Krankenhauskosten nach einem Autounfall auf dem Weg zwischen Wohnung und erster Tätigkeitsstätte mit der Entfernungspauschale des § 9 Abs.1 Satz 3 Nr.4 EStG abgegolten sind. Die Revision wurde zugelassen, da die bisherige BFH-Rechtsprechung sich nur mit Sachschäden, nicht aber mit Aufwendungen für Personenschäden befasst hat.

(Stand: 04.10.2018)

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