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Abzug von Krankheitskosten als außergewöhnliche Belastung (§ 33 EStG)

(Stand: 27.09.2014)

Zum nahenden Jahresende stellen sich zu diesem Thema alljährlich unter anderem zwei grundlegende Fragen für selbst zu tragende Krankheitskosten:

  1. Welche Belege und Kostenaufstellungen sollten dem Steuerberater bzw. Finanzamt vorgelegt werden?
    Und wann lohnt sich dieser Aufwand ?
  2. Kann man die Kosten nach § 33 EStG auch günstig „steuern“? 

Zur Frage 1 :
Wenn in einem Kalenderjahr selbst zu tragende Krankheitskosten (z.B. Eigenanteile für Brillen, Zahnersatz, Medikamentenzuzahlungen, Kuraufwendungen, Treppenlifteinbau - mit Sachverständigengutachten - !  usw. )  geleistet wurden, sollten diese durch die entsprechenden Belege  in jedem Fall bereitgehalten werden.
Bei einem Steuerberatertermin kann dann geklärt werden, ob es schon jetzt sinnvoll und  nötig ist,  die nicht belegbaren Kosten (Fahrtkosten usw.) zusammenzustellen und zur Glaubhaftmachung dem Finanzamt vorzulegen.  

Dies hängt von mehreren Faktoren  und Fragen ab: z.B. von der Frage, ob es sich überhaupt um Krankheitskosten im Sinn des § 33 EStG handelt (nur Kosten der Heilung oder Linderung, nicht der Vorbeugung von Krankheiten fallen darunter – bei zahlreichen Einzelfallentscheidungen durch Rechtsprechung und Verwaltung! ).

Oder: Können sich diese Kosten steuerlich überhaupt auswirken (Eingangsfreibetrag)? 
Ausserdem: Übersteigen die gesamten Kosten nach § 33 EStG die sogenannte zumutbare Eigenbelastungsgrenze? Und: ist diese Grenze künftig überhaupt noch anwendbar?

Zur Rechtmäßigkeit dieser „zumutbaren Eigenbelastung“ sind derzeit nämlich zwei Revisionsverfahren beim Bundesfinanzhof  -BFH- (Az. VI R 32/13 und VI R 33/13) anhängig. Damit werden in allen Fällen, in denen außergewöhnliche Belastungen erklärt und nachgewiesen bzw. glaubhaft gemacht wurden, die Steuerbescheide insoweit vorläufig erlassen. Nach Entscheidung des BFH können die Bescheid jederzeit korrigiert werden. Ein Einspruch ist dafür nicht erforderlich.
 
Werden jedoch Aufwendungen erst gar nicht geltend gemacht, wird ein „automatischer“ Vorläufigkeitsvermerk nicht ausgelöst. Zur Sicherung evtl. Ansprüche müsste dann - mit ebenso ungewissen Ausgangschancen - ein separates Einspruchsverfahren in Gang gesetzt werden.  

Dies bedeutet, dass die Sammlung und Vorlage derartiger Aufwendungen derzeit in jedem Fall sinnvoll ist, wenngleich die steuerliche Auswirkung (leider) für den Fall fraglich bleibt, bei dem die Summe aller Kosten nach § 33 EStG die zumutbare Eigenbelastungsgrenze nicht übersteigt. S. 4 

Zu Frage 2:

Die gesamten Kosten, die unter dem Sammelbegriff „außergewöhnliche Belastungen“ zusammengefasst werden , sind der Höhe nach so zu ermitteln, wie sie „abgeflossen“ sind, d. h. in welchem Kalenderjahr sie tatsächlich bezahlt oder verrechnet wurden (= Abflussprinzip nach § 11 EStG). Die den Kosten evtl. gegenüberstehenden Einnahmen (Krankenkassen- Versicherungs- Haftpflicht-Ersatzleistungen oder Erbschaften bei Todesfällen usw.) werden dagegen nach dem Prinzip der „wirtschaftlichen Zuordnung“ berücksichtigt.

Das bedeutet im Ergebnis: von den tatsächlich bezahlten Kosten eines Jahres sind  alle bereits erhaltenen und die noch zu erwartenden Erstattungen abzuziehen, egal in welchem Jahr sie erstattet werden. Der verbleibende Saldo daraus ergibt die Summe der verbleibenden Eigenbelastungen dieses Jahres. 

Dieser Saldo wird derzeit noch nach weiterer Kürzung (die evtl. entfallen könnte – s. oben) um einen einkommensabhängigen Pauschalbetrag  gemindert (zumutbarte Eigenbelastung). Der verbleibende  Restbetrag wird dann vom Einkommen abgezogen.

Daraus ergeben sich folgende Handlungsempfehlungen und allgemeine Steuertipps:

Falls Kosten für irgendwelche außergewöhnliche Belastungen im laufenden Jahr bereits geleistet wurden, sollte überlegt werden, ob weitere anstehende Maßnahmen nach § 33 EStG  noch in das laufende Jahr „vorgezogen“ und die Kosten beglichen werden, damit die „gebündelten“ Kosten eines Jahres nicht evtl. durch die jährlich neuen und  somit mehrfachen Abzüge der „zumutbare Eigenbelastungsbeträge“ geschmälert werden.

Die gleiche Überlegung kann sinngemäß dazu führen, eine im laufenden Jahr noch „angedachte“ Maßnahme, bzw. die Bezahlung der Kosten in das folgende Jahr zu verschieben, wenn z. B. durch  fest geplante Maßnahmen des Folgejahres die Eigenbelastungsgrenze bereits überschritten ist, aber diese im laufenden Jahr nicht überschritten würde. Auch können dabei vor allem  Fragen der Steuerprogression und   andere steuerliche Nebenauswirkungen eine Rolle spielen, die im Steuerberatergespräch verlässlich eingeschätzt werden können. 

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